Du bist nur

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Du bist nur
Mein Gedanke über dich.
Ich denke: groß
Und schaue zu dir auf.
Bei klein -
Übersehe ich dich irgendwann.
Wenn ich denke, du bist schön,
Strahlst du mir wie die Sonne ins Gesicht.
Dem Hässlichen kehre ich den Rücken.
Ob du dumm bist oder schlau
Nett oder verschlossen
Fleißig oder faul,
Ob ich dich mag oder nicht -
Du bist nur
Mein Gedanke über dich.

Solange ich danach frage wer du bist
Werden die Antworten uns immer trennen.

Herz im Stundenglas

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Pulverisiert rieselt die Zeit durchs Stundenglas.
Die Atome der Sekunden
Fallen aus der Zukunft in die Vergangenheit.
Die engste Stelle ist das Jetzt,
Darum liegen wir fast immer daneben.
Wenn das Morgen bereits wieder leergelaufen ist,
Klammern wir immer noch am Gestern.
Mitternacht stellt die Zeit auf den Kopf
Und es geht weiter.
Statt zu begreifen, dass Zeit in alle Richtungen fließt
Halten wir jeden Wendepunkt für die Quelle.
Es beginnt nicht immer wieder neu.
Wir sind von Anfang an mittendrin.
Der Unterschied besteht darin,
Dass wir mit geschlossenen Augen mehr zu sehen glauben
Als mit offenem Herzen.

Gedankenosterspaziergang

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Früher war weniger mehr. Das lässt sich leicht sagen und um so schwerer beweisen. Unsere Erinnerungen sind nicht einmal für uns selbst nachprüfbar, wenn wir ehrlich sind. Damit bietet jeder Hinweis auf die sogenannte gute alte Zeit lediglich einen sentimentalen Fingerzeig, der meist nicht einmal über die eigene Fingerspitze hinausgeht.
Irgendwann bleibt das Reifwerden zurück, während das Altwerden mit nachlassender Munterkeit weitergeht. Die Blüte des eigene Lebens welkt und wer oder was auch immer danach eine Ernte einfordert – haben wir nicht selbst das Wachstum der Früchte in unserem Leben gefördert, bleiben die Körbe leer.
Zu behaupten, früher war es besser, sagt nichts anderes, als dass man irgendeinem vergangenen Stadium der Reifung den Vorzug gibt. Was aber ist besser? Die Knospe oder die Blüte, die junge Frucht oder die alte? Alles hat seine Zeit. Ohne den Sprössling wird keine Knospe werden und ohne die Motivation der Frucht, in deren schützender Hülle die nächste Generation behütet wird, kann die Blüte nicht all ihr duftendes Können ausspielen, um bestäubt zu werden.
Dass früher an Ostern weniger mehr war, ist nur ein Empfinden. Tatsächlich kann ich mich an kaum ein Osterfest erinnern und daran, was sich ereignete. Es sind pauschale Erinnerungen aus miteinander verketteten Bildern, die zusammengehören oder nicht. Wenn immer mehr Jahre sich überlagen, geschieht das auch mit den Bildern, die wir in ungeordneten Alben mit uns durchs Leben tragen.
Die Erinnerungen an Ostern fühlen sich an wie der Duft von frischem Gras, in dem noch der Saft des Frühlings steckt. Bunt präsentierten sich darin die Blumen des wiedererwachenden Jahres und bunt versteckten sich die gefärbten Eier. Damals wurde das selbst gemacht. Daran kann ich mich erinnern. Gekochte Eier und die dazugehörigen Farben. Später wurden die farbigen Ostereier mit Speck abgerieben, um wie lackiert zu wirken. Macht das heute noch jemand?
Inzwischen gehört es zu den Binsenweisheiten, dass Gewinn oft nichts mit gesundem Wachstum zu tun hat und das einst viel gepriesene »Think big!« häufig von Kleingeistern benutzt wird, um die eigenen Defizite zu kaschieren.
Sein-Lassen bedeutet auch, jeden nach seinen Vorlieben glücklich sein zu lassen. Wer gern mehr und immer mehr haben will, weil er glaubt sich damit glücklich zu fühlen, soll jagen und sammeln so viel er will. Dazu gehört auch das Anhäufen von immer mehr Wissen. Die wachsende Masse verfügbarer Informationen macht nicht weise. Und Wahrheit entsteht nicht, indem das, was man dafür hält, wie ein Mantra immer und immer wiederholt wird.
Das Potenzial des Vergessens hingegen liegt unter anderem in der darin enthaltenden Chance zum Neubeginn. Vergesslichkeit macht Erleichterung spürbar.
Manche behaupten, in dem was wir fühlen steckt mehr Wahrheit als in unseren Gedanken. Der Verstand bringt sich um sich selbst, wenn man ihm zu viel Raum und damit Gelegenheit gibt.
An dieser Stelle will ich es sein lassen und jedem selbstüberlassen, wo er sein Gleichgewicht findet zwischen Denken und Fühlen, Information und Empathie, zwischen Soll und Haben.

Ostersprüche

- Was braucht es Meer, wenn alles im Fluss ist?
- Jede Begegnung, die über ein erstes Erschrecken hinausgeht, kann bedeutsam sein.
- Freundschaft ist wie ein Kreis. Solange man sich darin befindet, spielt auch die größte Entfernung voneinander keine Rolle. Denn überall, wo man sich trifft, ist der Mittelpunkt.

Letzten Endes

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Es ist nicht das
Auf Biegen und Brechen.
Es ist das Kommen und Gehen,
Das die Lebendigkeit ausmacht.
Den Boden aufzubrechen für Pflanzung und Saat
Macht nur Sinn im Wandel der Jahreszeit.
Wie schnell wir auch rennen,
Um die Zeit zu verfolgen,
Die uns schneller verlorengeht als wir gewinnen können:
Zu uns kommt, was uns entspricht.
Letzten Endes.

Wandelgang

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Nichts entgeht dem Weg des Wandels.
Alles geht seinen Gang
Nur auf ihm.
Mein Zielort ist Aufbruch
Bis ich mich nicht mehr bewege.
Und auch dann bleiben meine Teile
Keinen Lidschlag lang unbewegt.
Das Leben ist ein Wandelgang.
Wir wandeln durch den Tag
Und die Schleifkörper der Zeit
Sie wandeln uns.

Was zählt in den Jahren


Lasst uns den Tag aufbrechen.
Wie eine reife Frucht durch den Saft im Innern aufgebrochen wird.
Wie das Geheimnis der Nuss
Mit der Schale bricht
Und an den Tag kommt.
Wir ernten nicht
Was wir sehen.
Sondern das Verborgene.
Die Frucht ist nur Äußerlichkeit.
Ein fliehender Genuss.
Was da ist, um das Bleibende zu zeugen
Ist der Samen für die nächste Saat.
So oft der Zyklus sich wiederholt
Bleibt die Hoffnung.
Auf etwas, das die Vergänglichkeit überdauert.
Welcher Kern verbirgt sich
Unter unseren Schalen?
Welche Nacktheit des Seins bleibt
Wenn alles andere gegangen ist?

Rechter Fleck


Der Vergänglichkeit entgegen
Vom Morgen an.
Alles Beginnen endet am Anfang.
Das Leben gibt uns den Sinn zurück,
Den wir ihm verleihen.
Geborgte Umstände.
Wir halten für Geschenke,
Was nicht behalten werden kann.
Um uns herum nur Spiegel.
Wir sehen uns verkehrtherum.
Gerade gerückt blicken wir in die Gegenrichtung.
Doch wenn das Herz in der Mitte schlägt,
Dann sitzt es.
Am rechten Fleck.